Bedürfnisse äußern – eine echte Herausforderung

Das Äußern von Bedürfnissen und Wünschen wird oft als Egoismus bewertet. Dahinter steckt die Idee sich anpassen zu müssen – manchmal bis zur Selbstverleugnung. Geht es Ihnen auch so? Frauen sind hier mehr gefährdet, sie glauben öfter, es jedem Recht machen zu müssen. Einige sehen es als Zeichen der Zuwendung, wenn man ihre Wünsche von alleine versteht und auf sie eingeht, und als Zeichen der Ablehnung, wenn man dies nicht tut.

Werden Bedürfnisse aber nicht klar zum Ausdruck gebracht, kann das zu erheblichen Missverständnissen führen. Bedürfnisse zu formulieren, ist aber auch ein schwieriges Thema für Männer. Die haben eher Angst, Schwäche zu zeigen, oder sind sich ihrer wahren Bedürfnisse gar nicht ausreichend bewusst.

Dabei ist es die Verantwortung jedes Einzelnen, zu sagen, was er oder sie braucht oder sich wünscht. Man wird dadurch für das Gegenüber erfahrbar, Grenzen werden definiert. Beides ist wichtig, damit die Kommunikation gelingt. Oft bekommt der andere erst dann die notwendige Information und damit auch die Chance, adäquat zu reagieren.  Das ist gerade im hektischen Berufsalltag wichtig, wo weniger Bewusstsein auf die Mitarbeiter und Kollegen gerichtet ist.

In einer Paarbeziehung ist es sogar eine Verpflichtung, seine Bedürfnisse zu äußern, um nicht Missverständnisse vor zu programmieren und zeigt überdies Ich-Stärke und Selbst-Bewusstsein, die dem Partner auch Sicherheit geben. Es geht ja schließlich nicht ums Gedankenlesen.