Man kann sich das Gehirn vorstellen wie ein virtuelles Netzwerk, das auf Funkverkehr basiert. Neuronale Verbindungen werden individuell hergestellt, je nachdem wie unser Gehirn Informationen interpretiert und verarbeitet. Dabei ist unser Gehirn extrem flexibel und anpassungsfähig.
Diese Tatsache wird allgemein sehr unterschätzt. Viele Menschen glauben, mit ihren Einstellungen und Gedanken unabänderlich identifiziert zu sein, und diese nicht wirksam hinterfragen bzw. verändern zu können. Damit bleiben sie aber weit hinter ihren Möglichkeiten zurück. Denn je nachdem, wie und was wir erleben, worauf sich unsere Wahrnehmung richtet und worauf unser Geist sich konzentriert, je nachdem was, wir explizit oder implizit lernen: Unser Gehirn passt sich situativ an. Das heißt, die betroffenen neuronalen Verbindungen verschalten sich ständig neu. Diese Eigenschaft des Gehirns nennt man Neuroplastizität. Und sie bleibt – entgegen veralteter Auffassungen – ein Leben lang erhalten.
Fazit: Veränderung ist möglich und geschieht ständig. Eine wesentliche Rolle spielt dabei, worauf wir unser Bewusstsein lenken. Der Veränderungsprozess selbst läuft weitestgehend unbewusst im Hintergrund ab.