Nichts geschieht zufällig, es scheint nur so. Das Gesetz des Lebens ist ein hochkomplexes, unüberschaubares Zusammenspiel von Ursachen und Wirkungen. Schon die kleinste Verspätung, ein Missgeschick, ein gebrochenes Versprechen, eine Begegnung, eine plötzliche neue Wetterlage kann den Lauf der Dinge entscheidend verändern.
Der Buddhist nennt das, was wir als Ursache-Wirkungs-Kette verstehen „bedingtes Entstehen“, und unter „Karma“ ist die Abfolge von Aktion und Reaktion zu verstehen, aus der sich unser Leben zusammen setzt. Das Prinzip ist also schon seit Jahrtausenden bekannt. Und so gesehen gibt es so etwas wie Zufall nicht.
Das bedeutet andererseits in keiner Weise, dass es Vorbestimmung gibt. Und natürlich kann niemand alle Veränderungen und deren Auswirkungen auch nur eines kleinen Teilsystems überschauen. Das Leben ist nicht wirklich planbar. Aber wenn wir im Jetzt bewusst handeln und mit uns, unseren Mitmenschen und unseren Ressourcen achtsam umgehen, immer in dem Bewusstsein, dass jede Kleinigkeit einen großen Unterschied machen kann, können wir die Spuren, die wir hinterlassen, das Karma, unser Schicksal oder wie immer wir es nennen wollen, günstig beeinflussen. Ob wir nun an den Zufall glauben oder nicht.